Wahlen 2011

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Irexis
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Re: Wahlen 2011

Beitrag von Irexis » Mittwoch 30. März 2011, 16:35

gemmi hat geschrieben: Es wurde seitens der Politik verschlafen, die alternativen Stromerzeugungen zu fördern.
Genau das ist der Punkt! Und da muss das Umdenken jetzt einsetzen, global.
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Re: Wahlen 2011

Beitrag von Sascha » Mittwoch 30. März 2011, 17:17

Es wurde nicht verschlafen. Es wurde und wird aktiv verhindert. In Deutschland sitzen beispielsweide mit die größten Stromkonzerne der Welt: EON und RWE. Beide betreiben AKW, beide habe eine historisch enge Anbindung an die Politik. Die kommt daher, dass die Sicherstellung der Stromversorgung auch immer ein politisches Thema ist, man aber früher zum Kraftwerkbau die Hilfe der Politik braucht, um diese Projekte durchzusetzen. Beispiel Wasserkraft: Da muss man aufstauen, dazu braucht man Talsperren (in unserer Nähe Eder, Diemel, Möhne Bigge, Oker). Dazu mussten Menschen umgesiedelt werden, ohne politische Beschlüsse nicht umsetzbar (und wenn es nur der Kaiser war, der ja sagen musste). Beispiel Kohle: Im Tagebau werden ganze Landstriche umgepflügt, auch dazu braucht es politische Unterstützung.
Gleichzeitig gibt es Beteiligungen der öffentlichen Hand, so sind viele Kommunen oder Bundesländern an unseren EVU (Energievesorgungsunternehmen) beteiligt. Gerade die Landesregierungen wollen sich das Geschäft ja nicht kaputt machen lassen.
Als man dazu überging die EVU zu privatisieren, hat man es versäumt, gleichzeitig Wettbewerb zu schaffen. Eben weil man die EVU schützen wollte. Dadurch hat man eine schnellere Energiewende verhindert. Auch als es darum ging den CO²-Ausstoß zu verringern (man hat ja als EVU auch Kohledreckschleudern) wurden diese Firmen eher an eine lange Leine gelegt.
Das ist aber kein deutsches Phänomen. In Frankreich gibt es vor allem die EDF, die ich glaub alle AKW in Frankreich betreibt. Eigentlich handelt es sich um einen Monopolisten. Deswegen bekam Frankreich von der EU-Kommission immer eins auf den Deckel, weil man nicht nur nicht privatisiert hat, sindern auch das französische Stromnetz nicht geöffnet hat. Gleichzeitig hat man aber versucht in andere (deutsche) Märkte einzudringen. Eher stellt sich der Eiffelturm auf den Kopf, als dass es dort eine Marktliberalisierung gibt.
Energiepolitik ist immer Politik. Was man eigentlich benötigt ist die Trennung von Stromerzeugung und Stromverteilung. Stromtrassen sind wie Autobahnen, und da muss jeder drauf fahren, sprich jeder der will muss auch in die Lage versetzt wern einzuspeisen. Dann hätten wir mit einem Schlag Wettbewerb, echten Wettbewerb, denn jeder müsste denselben Preis für die Durchleitung bezahlen.
Und dann kann eine RWE auch mal versuchen, ob sie mit ihren Kohlekraftwerken immer noch so profitabel ist.

Wenn man immer hört, man könne die AKW nicht abschalten weil sonst die Lichter ausgehen, dann stimmt das nicht. Die großen EVU sind noch nicht soweit. Denn erst seit einigen Jahren ist es möglich Strom im großen Maßstab ökologiach zu erzeugen. Im Grunde wird versucht, die Marktmacht der EVU in ganz Europa vor den kleinen Regenerativen zu sichern. Das sehe ich als eigentlichen Grund hinter dieser Politik.
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Re: Wahlen 2011

Beitrag von Sofa » Mittwoch 30. März 2011, 21:12

Irexis hat geschrieben:
Genau das ist der Punkt! Und da muss das Umdenken jetzt einsetzen, global.
Schön wäre es, aus der aktuellen Katastrophe in Japan zu lernen und eine Art Druck zu empfinden, aus der Bedrängnis heraus die Klugen dieser Republik zusammenzuholen und eine Lösung zu erarbeiten. In der Not ist der Mensch am effizientesten, wenn es darum geht, eine sinnvolle Strategie herauszuarbeiten. Wenns ihm gut geht, isser zu träge und schiebt alles auf die lange Bank.

Höre ich mir aber den zynischen Erdoan heute auf Phönix an, ( moderne Technik ist nun mal mit Risikobereitschaft verbunden und dementsprechend dürfte man auch nicht mit Propangas kochen oder eine Erdölpipeline bauen), weiters, dass die Polen nun auch bald mit einem Reaktor ans Netz gehen werden, sehe ich noch viel Wasser die Isar, den Main und die Twiste hinablaufen, bis es soweit ist.
Einer der beiden türkischen Reaktoren, deren Grundsteine im Sommer gelegt werden, kommt zudem von TEPCO,- gebaut und geliefert.

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Re: Wahlen 2011

Beitrag von Sascha » Mittwoch 30. März 2011, 21:36

Nun ja, bis so ein Reaktor ans Netz geht, das dauert. In der Türkei wird es sein wie überall, es geht um's Geld. Andererseits könnte eine grüne Bundesregierung Druck ausüben. Beispielsweise mit der Gaspipeline. die durch die Türkei gebaut werden soll. Auch ein Teil des Desertec-stroms soll wohl über die Türkei fliessen. An sowas kann man anknüpfen.
Fangen wir in Deutschland an, und hoffen wir darauf, dass die anderen mitzehen, bevor der nächste Reaktor hops geht.
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Re: Wahlen 2011

Beitrag von gemmi » Donnerstag 31. März 2011, 15:25

Sascha Du hat völlig Recht. Es wurde aktiv verhindert, wie so vieles.

RTL liest hier wohl mit :snork: Gestern wurde bei SternTV das Thema Ökostrom ein bisschen relativierter diskutiert.

Bei uns in der Schweiz ist ja das AKW Mühleberg (nähe Bern) sehr umstritten. Seit Jahren wird daran herumgeflickt. Wie sicher es noch ist weiss glaube ich niemand so ganz genau.

Viele Schweizer wissen auch von diesem Unfall gar nichts
Lucens, Schweiz
21. Januar 1969 – Beim Versagen des Kühlsystems eines experimentellen Reaktors im Versuchsatomkraftwerk Lucens (VAKL) im Kanton Waadt gab es im Reaktor (der ähnlich wie der NRX-Reaktor aufgebaut war) eine partielle Kernschmelze. Anfang des Jahres 1968 gab es eine Prüfung des mit einer Leistung von 8 MW Energie produzierenden Reaktors. Im April/Mai wurde er in Betrieb genommen, allerdings anschließend bis Januar des nächsten Jahres wieder abgeschaltet. Während dieses Stillstandes lief externes Wasser über eine defekte Gebläse-Dichtung in den Kühlkreis des Reaktors. Die aus Magnesium bestehenden Brennstab-Umhüllungsrohre korrodierten. Als der Reaktor im Januar 1969 wieder in Betrieb genommen wurde, behinderten die Korrosionsprodukte die Kühlung. Der Brennstoff überhitzte und mehrere Brennstäbe schmolzen. Ein ganzes Bündel Brennstäbe geriet in Brand und brachte den Moderatortank zum Bersten. Kohlendioxid (Kühlmittel) und Schweres Wasser (Moderator) traten in die Reaktorkaverne aus. Da die erhöhte Radioaktivität bereits etwas früher gemessen wurde, konnte das Kraftwerk evakuiert und die Kaverne isoliert werden. Es wurde eine größere Menge Strahlung in die Fels-Reaktorkaverne freigesetzt. Die radioaktiven Trümmer konnten erst Jahre später aus dem Stollensystem geräumt werden. Die Kaverne enthielt nach wie vor eine Menge radioaktiven Materials, wurde aber so verschlossen, dass vorerst keine Strahlung in die Umwelt gelangen konnte. Die Aufräumarbeiten dauerten bis Mai 1973. Die Trümmer wurden in versiegelten Behältern auf dem Gelände gelagert, bis sie 2003 ins zentrale Zwischenlager in Würenlingen (ZWILAG) abtransportiert wurden. (INES: 4–5)
Quelle: Wikipedia

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Re: Wahlen 2011

Beitrag von Sascha » Donnerstag 31. März 2011, 15:48

Wie die Rohre die in Biblis eingebaut wurden. Was nicht passte, wurde passend gemacht. Da kann man nur beten, das nix passiert.
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Re: Wahlen 2011

Beitrag von Wiesodenn » Donnerstag 31. März 2011, 16:31

Nach dem Abschalten der AKWs ist die Arbeit noch nicht getan. Da muss noch einmal viel viel Geld von den Betreibern oder auch vom Steuerzahler ausgegeben werden.

Rückbau von Atomkraftwerken Rundschau von SF1 vom 30.3.2001
“Unser Produkt Vertigo-Heel ist inzwischen das meistverkaufte Schwindel-Medikament in Deutschland.”

Jörg Kachelmann twittert: Ich bin mal gespannt, wann Storr über die Post vom Kammergericht Berlin berichten wird, die er schon ne Weile hat.

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